Wald

Bis 1835 zog sich ein stattlicher Eichenwald über die Kuppe des Au-Hügels. Die neuen Besitzer der Halbinsel, Konrad Stünzi und Heinrich Leuthold, liessen ihn roden. Aus Anlass des Jubiläums «50 Jahre Au-Konsortium» entschlossen sich die Genossenschafter, einen ersten Schritt zur Wiederaufforstung mit Eichen zu tun. Auf der Südwestkrete, wo Gartenarchitekt Carl Trüb bereits 300 Eichen gepflanzt hatte, setzte jedes Mitglied des Konsortium am Jubiläumstag, dem 29. April 1961, mit eigenen Händen eine kleine Eiche.

«Wir selbst werden ja nicht mehr Nutzniesser dieses künftigen Eichenhains sein», schloss Dr. Walter Weber damals seine Jubiläumsansprache. «Wir wollen aber hoffen und glauben, dass in abermals 50 oder 100 Jahren in einer freien Schweiz auf einer grünen, unüberbauten Au, im Schatten eines stämmigen Eichenwaldes, unsere Nachkommen und mit ihnen Zehntausende von Menschen schöne und glückliche Stunden verleben dürfen.»

Grünzone

Seit der Gründung im Jahre 1911 ist dem Au-Konsortium die Erhaltung und Pflege der Grünzone auf der Halbinsel Au ein wichtiges Anliegen. Unterstützt wird der Vorstand dabei von der Stadt Wädenswil, welche zum Beispiel für den Unterhalt des Weges vom Schiffsteg zum Landgasthof sorgt. Die Pflege des Waldes, der Hecken und Rabatten, der Magerwiesen und Hochstamm-Obstkulturen ist Sache des Pächters und des Konsortium.

Probleme bereiten seit einigen Jahren jene Besucher, welche Hunde frei laufen lassen und andere, die überall Abfälle liegen lassen, obwohl an verschiedenen Orten mit Deckel versehene Abfallkörbe aufgestellt sind. Auch Vandalenakte, wie die mutwillige Zerstörung von Lampen, sind leider nicht ausgeblieben.

Besondere Aufmerksamkeit wird dem Kinderspielplatz beim «Landi»-Saal gewidmet. 1997 wurde die alte Spielburg wieder instand gesetzt. Der Bildhauer Urs Burkhardt baute in den Schulferien 1999 mit über 40 Kindern eine Baumhütte und im folgenden Jahr eine acht Meter lange Hängebrücke. 2003 ersetzte man die Rutschbahn durch eine solche aus Kunststoff und zwei Jahre später die beiden Hütten auf dem Spielplatz. Ebenfalls mit Kindern und unterstützt durch Wädenswiler Firmen schuf Urs Burkhardt 1996 einen farbigen Moby-Dick-Fisch aus Beton, rund vier Meter lang und zwei Meter hoch.

Im Jahre 2007 wurde der Bauerngarten vor dem Bauernhaus erneuert. Man setzte frische Pflanzen und beschilderte sie. Eine Informationsbroschüre mit Erläuterungen kann an der Récéption des Landgasthofes bezogen werden.

Rebberg

Am Südhang des Au-Hügels wuchsen schon im 15. Jahrhundert Reben. Im Herbst 1912 entschied sich das Au-Konsortium, den Rebbau am Au-Hang aufzugeben und die Rebfläche zu roden. Der Weinbau in der Ostschweiz befand sich damals wegen Rebkrankheiten und der Einfuhr billiger Weine allgemein im Niedergang. Im Jahre 1950 wurde der damaligen Schweizerischen Obst- und Weinfachschule Wädenswil eine Weinabteilung angegliedert.

Für die Ausbildung in weinbaulichen Belangen war die Weinfachschule auf einen Rebberg und einen Keller angewiesen. Das Au-Konsortium war bereit, einen langjährigen Pachtvertrag abzuschliessen, damit die Schule ihren eigenen Weinberg verwirklichen konnte. 1952 entstanden links und rechts der Treppe zum Hotel Au die ersten vier Rebparzellen im damals noch modernen Stickelbau. Bis 1973 wurde der Au-Rebberg – der heute von der Fachstelle Weinbau der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil bewirtschaftet wird – durch Pachtverträge mit der Stadt Wädenswil (1952) und dem Kanton Zürich (1992) schrittweise auf eine Fläche von 538 Aren erweitert, was einem rebbaulichen Familienbetrieb in der Ostschweiz entspricht. Das verpachtete Areal umfasst 254 Aren Rebland und 84 Aren Obstbauland.

Der Au-Rebberg mit über 180 verschiedenen Sorten dient heute zu Forschungszwecken und zur Erprobung von Neuerungen im Weinbau. So wurde ab 1992 grossteils von der Pflanzung in der Falllinie des Hangs auf Querterrassierung umgestellt, was eine rationellere Bewirtschaftung ermöglicht. Der Anbau am Stickel hatte jenem am Draht zu weichen; die Traubenernte erfolgte 2008 erstmals voll maschinell.

In einem historischen Rebberg nahe dem 1978 eröffneten Weinbaumuseum am Zürichsee werden Reben traditionell am Stickel gezogen. Hier wachsen Trauben für einst bekannte Zürichsee-Weine. Eine Hagelkanone erinnert daran, dass man früher mit Silberjonen gefüllte Raketen abschoss, um drohende Hagelwetter abzuwehren.

Bauernhaus

Mit der Handänderung von 1911/12 ging die grosse Scheune mit Schopfanbauten auf der Hügelkuppe, seeseits des Gast- und Kurhauses, in den Besitz des Au-Konsortium über. Auf deren Ostseite liess das Konsortium im Jahre 1913 eine Wohnung einbauen, die dem Pächter des Landwirtschaftsbetriebes zur Verfügung stand. Von 1914 bis 1924 war dies H. Pfenninger, von 1924 bis 1931 G. Kunz, von 1931 bis 1940 A. Kälin, anschliessend Emil Bachmann.

Auf ihn folgte die Familie seines Sohnes Hansruedi Bachmann. Jetziger Mieter ist Gabriel Brullo.

Nachdem das Genossenschaftskapital im Jahre 1985 um 500‘000 Franken erhöht worden war, beschloss eine ausserordentliche Generalversammlung des Au-Konsortium im Februar 1986, das alte, baufällige Bauernhaus auf der Au zu erhalten und zu sanieren. Nach den Plänen von Architekt Christian Hurter, Wädenswil, wurde das schön proportionierte Wohnhaus mit Wirtschaftstrakt unter Wahrung seines bäuerlichen Charakters restauriert. Die Kosten wurden auf 1‘075‘000 Franken veranschlagt. Die umgebaute 3-Zimmer-Wohnung stand nachher dem Pächter zur Verfügung, der den Bauerngarten pflegte und die Kleintiere betreute. Durch den Einbau einer neuen 2½-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss konnte die Rendite der erhaltenswürdigen Liegenschaft verbessert werden. Das neue Tiergehege westlich des Bauernhauses – mit Esel, Pfauen und Hühnern – erwies sich bald als weitere Attraktivität des Ausflugsziels Halbinsel Au. Während das Konsortium den Stall für eigene Zwecke nutzte, vermietete es den grössten Teil der geräumigen Scheune langfristig der damaligen Ingenieurschule Wädenswil, der heutigen Hochschule ZHAW. Die umfassenden Umbauarbeiten nach Grundsätzen der Denkmalpflege wurden im März 1986 begonnen und im Herbst abgeschlossen. Sie waren der wichtige Beitrag des Konsortium zur Feier des 75-Jahr-Jubiläums.

Seit der Gesamtrenovation von 1986 befinden sich Bauernhaus und Scheune in gutem baulichem Zustand. 1990 wird eine Blitzschutzanlage montiert, und 1995 nötigt ein Hagelwetter zur Sanierung der Ostfassade. Im selben Jahr legt man im Stall eine Leitung zur Selbsttränkung der Tiere. Zur Freude vieler Besucher prangt am Bauernhaus von Frühling bis Herbst reicher Blumenschmuck. Der Verkehrsverein Wädenswil würdigt dies 1997, indem er Frau Bachmann im Blumenwettbewerb den ersten Preis verleiht. Seit 2008 haben die Gebäude des Au-Konsortium neue Adressen. Der Bauernhof liegt an der Au-Strasse 58, der Landgasthof an der Au-Strasse 59.

Zum Bauernhaus gehören seit vielen Jahren die vom Pächterpaar betreuten Tiere – eine besondere Attraktion vor allem für Kinder. 1996 beispielsweise besteht der kleine Zoo aus fünf Ponys, zwei Eseln, drei Milchschafen, einem Pfau, zwölf Hühnern, einem Hahn und zwei indischen Lauf-Enten. Im Jubiläumsjahr 2011 umfasst der Tierbestand einen Esel und zwei Ponys.