Mit einem Themenweg den Bezug zur Natur fördern

Auf der Halbinsel Au wird das Abfallproblem immer grösser. Dem wollen die Verantwortlichen entgegenwirken. Zusammen mit der Schule Wädenswil/Au haben sie einen Themenweg gestaltet.

Acht Ateliers sind auf dem Themenweg auf der Halbinsel Au zu finden. Bespielt werden sie von Schülerinnen und Schülern der Schule Wädenswil/Au. Zurzeit sind verschiedene Zeitepochen Thema. Die Idee, einen Themenweg zu machen und die Kinder miteinzubeziehen, hatte Florian Gattiker vom Au-Konsortium. Er ist verantwortlich für Kunst und Kultur auf der Halbinsel Au. «An schönen Tagen haben wir jeweils sehr viel Abfall, der die Natur verwüstet», erzählt er. Das Problem betreffe Jung und Alt. «Wenn man eine Beziehung zu einem Ort hat, dann geht man sorgfältiger mit ihm um», ist Gattiker überzeugt. So kam ihm die Idee, die junge Generation miteinzubeziehen. «Damit sie einen Bezug zur Natur und der Halbinsel Au sowie Respekt davor bekommen, müssen sie raus aus den Klassenzimmern», sagt Florian Gattiker. Junge Menschen seien die Zukunft und es sei wichtig, ihnen den korrekten Umgang mit der Natur nahe zu bringen.

Schüler in Ausführung frei

Mit seiner Idee, die Schülerinnen und Schüler in die Natur zu holen, stiess er bei der Schule Wädenswil/Au sofort auf offene Ohren. «Wir fanden das eine tolle Sache für die Kinder, wenn sie etwas erarbeiten und dies dann auch präsentieren können», sagt Andreas Müller, Klassenlehrer der 6. Klasse im Schulhaus Ort stellvertretend. Müller macht mit seiner Klasse den Anfang. Während des Unterrichts haben sie gebastelt und gewerkt. Der Lehrer hat das Thema Zeitreise mit verschiedenen Epochen vorgegeben, in der Ausführung waren die Schülerinnen und Schüler aber frei. «Die Kinder waren mit viel Freude dabei und sind auch stolz auf das Geschaffene», sagt Andreas Müller. Sie hätten aber nicht nur gebastelt, sondern sich auch inhaltlich mit den verschiedenen Zeitaltern auseinandergesetzt. Sie recherchierten, protokollierten und lernten verschiedene Lerntechniken und Strategien kennen. Die Schülerinnen und Schüler sind für den Inhalt der Ateliers, die aus Holzsockeln und Vitrinen bestehen, zuständig. Zudem sind sie auch für die Instandhaltung verantwortlich. Wöchentlich sollen sie in Gruppen den Themenweg ablaufen und kontrollieren, ob noch alles in Ordnung ist. AU Auf der Halbinsel Au wird das Abfallproblem immer grösser. Dem wollen die Verantwortlichen entgegenwirken. Zusammen mit der Schule Wädenswil/Au haben sie einen Themenweg gestaltet. «Dies verbindet sie längere Zeit mit dem Ort und der Natur», sagt Florian Gattiker.

Ateliers beschädigt

Der Themenweg soll über die nächsten zwei bis drei Jahre bestehen. Die Ateliers werden in dieser Zeit im Zwei- bis Dreimonatsrhythmus von verschiedenen Klassen bespielt. Die Themen dürfen die Klassen jeweils selber wählen. Als einzige Vorgabe sollen sie laut Gattiker einen Bezug zur Halbinsel Au haben. Obwohl die Ateliers erst seit einer Woche stehen, mussten sie schon zweimal gereinigt oder gar repariert werden. Wie Florian Gattiker auf einem etwa 30-minütigen Rundgang sagt, wurden sie mehrfach beschädigt, umgeworfen und mit Farben beschmiert. Davon lässt sich Gattiker aber nicht von seiner Idee abbringen. Er ist sich sicher, dass der Themenweg, der beim Landgasthof Au startet, ein Erfolg und nachhaltig seine Wirkung zeigen wird. Künftig kann er sich auch vorstellen, das Konzept weiter auszubauen, sodass die Ateliers auch von Klassen aus anderen Gemeinden oder Künstlern bespielt werden könnten.

Text von Carole Bolliger / Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen

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